Aramäer
Das aramäische Volk findet seine wohl bedeutendste Erwähnung im Alten Testament. In der Völkertafel von Gen. 10 wird Aram als fünfter der Söhne Sems genannt: „Und dies sind seine Söhne: Elam, Assur, Arpachschat, Lud und Aram. Aber die Söhne Arams sind diese: Uz, Hul, Geter und Masch.“ Als Nachfahren Arams sind die Aramäer Semiten.
Bei diesen umfangreichen Angaben des Alten Testaments handelt es sich allerdings um Texte, die erst ab dem 10. Jahrhundert v. Chr. schriftlich festgehalten wurden, und es bleibt zu überprüfen, wie weit die mündliche Vorgeschichte zurückreicht. Textfunde aus dem 14. und 13. Jahrhundert v. Chr. lassen die Aramäer das erste Mal erscheinen. Die frühesten eindeutigen Erwähnungen der Aramäer sind dann in assyrischen Texten vom Ende des 12. Jahrhunderts v. Chr. zu finden. Sie tauchen im Zusammenhang mit Kriegszügen der assyrischen Herrscher gegen die in das Reich einfallenden Aramäer auf. Die verschiedenen Nachrichten deuten auf eine Herkunft der Aramäer aus dem Gebiet um den mittleren Euphrat. Umstritten ist immer noch, ob die Aramäer aus dem oberen Euphrat- und Chaburgebiet kamen oder ob sie aus der weiter südlich gelegenen arabischen Wüste nach Norden drangen. Ihre Ausbreitung ging jedenfalls sehr schnell vor sich, sowohl entlang des oberen Euphrat bis hin zum Tigrisgebiet, als auch zum Libanon und nach Damaskus.